Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt hat in den vergangenen Monaten erhebliche Preissprünge verzeichnet. Auch im Herbst steigen die Preise weiter. So kletterte der AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) um 1,2 Prozent auf aktuell 19.546 Euro (September: 19.307 Euro). Die Experten rechnen mit einer echten Beruhigung erst für das kommende Jahr.

Trotz der Preissprünge seit Jahresanfang sei der Durchschnittspreis für Gebrauchtwagen auf AutoScout24 insgesamt nur um 2,8 Prozent gestiegen, sagt Dr. Sebastian Lorenz, Vice President Consumer bei AutoScout24. So ging es ab Februar zunächst bis zum Tiefststand im Juni abwärts. "Seitdem sind die Preise allerdings wieder deutlich nach oben geklettert. Und ein Ende des Anstiegs ist bis zum Jahreswechsel nicht in Sicht. Insofern sollte jeder Käufer lieber jetzt als später zugreifen."

Anders als noch im Vormonat sollen diesmal nahezu alle Fahrzeugsegmente zum Preisanstieg beigetragen haben. Den größten Sprung im Oktober machten mit plus 2,4 Prozent Kleinwagen (10.581 Euro). Spitzenreiter im Segment waren Fiat Punto (+9,3 Prozent), Citroen C3 (+8,0 Prozent) und Mini Cooper S (+6,5 Prozent).

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Für Interessierte gab es nämlich selbst bei Kleinwagen Sparpotential. Wer nach einem Mini Cooper mit Diesel, dem elektrisch angetriebenen Renault Zoe oder einem älteren Ford Ka auf Fiat 500 Basis respektive dem viertürigen Ka+ der neuesten Generation Ausschau hielt, konnte im Vergleich zum Vormonat zwischen 2,8 und 3,9 Prozent sparen.

Sportwagen verteuerten sich im Schnitt um 1,7 Prozent (50.927 Euro), ebenso mit je 1,6 Prozent Oberklasse-Fahrzeuge (44.654 Euro) und Vans (17.188 Euro). Dahinter reihte sich die Kompaktklasse (15.859 Euro) mit einem Plus von 1,3 Prozent ein. Unter dem Durchschnitt lagen hingegen SUV/Geländewagen (plus 0,7 Prozent, 28.811 Euro) sowie Gebrauchte aus der Mittelklasse (0,2 Prozent, 20.390 Euro). Für 2018 erwarten die Analysten eine Beruhigung des Preisauftriebs.

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Quelle: GLP mid