Ducati stieg erst nach Übernahme durch den Zweiradhersteller Cagiva in 1985 und unter dessen Chefkonstrukteur Massimo Bordi zu dem legendären Motorradhersteller auf, mit dem man heute zurecht die absoluten Superbikes assoziiert. Bis dahin hatten zwar auch schon einige aufsehenerregende Motorkonstruktionen mit Rennerfolgen zur Begründung des Nimbus des Namens Ducati beigetragen, aber der Durchbruch zu den Superbikes mit mehrzylindrigen Motoren gelang erst in der neuen Ära.

Nach mehrfachem Wechsel von Kapitalinvestoren hält heute eine bedeutende italienische Investorengruppe die Hauptanteile des Motorradherstellers. Sämtliche Aktivitäten wie Entwicklung, Design und Produktion sind am Standort Bologna konzentriert.

Was ist ein Superbike

Als Superbikes werden seriennahe, straßenzugelassene Motorräder angesehen, die mit Motoren um 1.000 Kubikzentimetern Hubraumvolumen ausgestattet und wie Rennmaschinen vollverkleidet sind. Die Fahrleistungen dieser Maschinen übertrafen mit den hochgezüchteten mehrzylindrigen Motoren alles, was bis dahin im Motorradrennsport möglich gewesen ist. Mit der Einführung der Superbike-Motorradweltmeisterschaft in 1988 wurde eine vom Publikum schnell und begeistert angenommene Attraktion geschaffen. Sie wurde zwar auf Betreiben der japanischen Hersteller Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha gestartet, aber dann vom italienischen Hersteller aus Bologna über weite Strecken beherrscht.

Verschiedene Modelle

Das Modell 851 bildete den Ausgangspunkt für die noch kommenden Modellreihen der Superbikes mit elektronischer Benzineinspritzung in wassergekühlten Motoren, die mit vier Ventilen pro Zylinder ausgerüstet waren. Damit waren Leistungszahlen um einhundert PS und Höchstgeschwindigkeiten um 220 Stundenkilometer möglich. Das Nachfolgemodell 888, das in den neunziger Jahren gebaut wurde, beschränkte das Motorvolumen auf 888 Kubikzentimeter und erreichte trotzdem Motorleistungen um 118 PS sowie Höchstgeschwindigkeiten bis 245 Stundenkilometer. Die Superbike-Weltmeisterschaft wurde seit dem Jahr 1990 fast durchgängig, nur sporadisch unterbrochen von den japanischen Herstellern, von Ducati errungen. In einigen Jahren war diese Marke so dominant, dass die ersten Plätze durchgehend von ihren Modellen belegt waren. Mit dem extrem erfolgreichen Modell „Monster“ hat sich die italienische Marke endgültig unter die führenden Motorradhersteller eingereiht. Seit Ende 2010 hat er sich als Werksteam aus der Weltmeisterschaft zurückgezogen.